Sonntag, Mai 25, 2008

1. Velothon Berlin

Der Wecker klingelte um 4:00 Uhr. Es war zu hause keiner in Lage mir einen Vogel zu zeigen wie ich um kurz vor fünf das Haus verließ. Thomas war so nett Svend, Nils und mich in seinem immer vollgetankten Bus mit nach Berlin zu nehmen.

Ich hatte auch an die Startbeutel und die Startnummern gedacht, die ich bereits am Donnerstag bei der Akkreditierung abgeholt hatte und wir konnten die leere Autobahn nach Berlin mit fast 200 km/h schnell hinter uns bringen. Auf der Fahrt waren alle sehr wach und voller Erwartungen. Nur Nils dachte nicht an das Rennen sondern an seine nächste "Rothändle ohne".

Das Timing war optimal. Kurz vor Acht erreichten wir das Brandenburger Tor von der Ostseite her. Auf dieser Seite hatten wir das Glück sehr dicht an der Veranstaltung einen Parkplatz zu ergattern.

Das Wetter in Berlin meinte es wirklich gut mit uns. Nur Sonne und eine stetig steigende Temperatur waren optimale Bedingungen um ein Jedermannrennen zu fahren.

Wie ich mich dann so eine halbe Stunde vor dem Start in den Startblock A einreihte wurde mir etwas mulmig. Im Startblock A waren die meisten halb so alt und halb so schwer wie ich. Die Wartezeit wurde mit vielen Sprüchen und Gequatsche überbrückt. Die erste Reihe des Startblocks A wurde komplett von der "Harburger RG" eingenommen.

Es war am Start schon eine beeindruckende Kulisse. Auf der einen Seite sahen wir das "Brandenburger Tor", auf der anderen Seite warf die Siegessäule ihren Schatten und wir standen mitten im Tiergarten umgeben von ganz vielen Bühnen und Ausstellern. Der Moderator textete durchgehend bis zum Start damit uns nicht langweilig wurde. Dabei habe ich erfahren, dass Upsolut plant diese Veranstaltung zu einer der größten der Welt zu machen. In Südafrika gibt es schon eine mit 40.000 Startern. Upsolut plant in den nächsten Jahren den Velothon mit 50 - 60.000 Startern. Da hat sich aber jemand etwas vorgenommen.

Diesesmal war ich so weit vorne, dass ich mal den Startschuss gehört habe. Wir mussten auch nicht lange warten und rollten neutralisiert durch das Brandenburger Tor zur ersten Zeitnahme. Danach war kein Halten mehr. Das Tempo war gleich am Anschlag und ich konnte von Anfang an nicht so richtig mithalten. Das war alles viel zu schnell für mich. Ich fand aber immer wieder ein neues Hinterrad und konnte so die ersten Kilometer mit jenseits der 40 km/h starten. Thomas, Nils und Svend konnte ich vielleicht 2 oder 3 Minuten sehen und schon waren sie weg.

Von den Sehenswürdigkeiten bekam ich überhaupt nichts mit. Man musste sich sehr konzentrieren um die Kurve immer optimal anzusteuern und die Fahrlinie einzuhalten. Man musste auch auf die Fahrer im Feld achten die es nicht taten. Wobei die Fahrer aus dem Startblock A wussten mit ihrem Bike umzugehen. Der Straßenbelag war sehr unruhig und mit Kanten und Löchern gespickt, so wie es auf einem Stadtkurs zu erwarten ist.

Das Tempo bekam mir nicht so gut und die Beine wurden schnell schwer. Bei der Streckenteilung bei Kilometer 60 hatte ich noch einen Schnitt von 38 km/h. Danach brach ich leider ein und fand kein Hinterrad mehr. Die Fahrer die mich überholten fuhren oft 10 km/h schneller und ich war nicht in der Lage mitzuhalten. Der eine Riegel in meiner Trikottasche half mir auch nicht, so dass ich bei Kilometer 80 die Verpflegung ansteuerte. Eine ganze Trinkflasche mit einem isotonischem Getränk, ein Power-Riegel und eine Banane verhalfen mir wieder zu neuen Kräften. Danach konnte ich mein Tempo wieder erhöhen und fand Fahrer aus den Startblöcken C - E mit denen ich mithalten konnte. Die Pulks waren jetzt deutlich größer und der Windschatten hatte mehr Einfluss auf meine Geschwindigkeit.

Kurz vor der Streckenzusammenführung war der Gegenverkehr nur durch Hütchen abgegrenzt. Auf der rechten Seite der Hütchen fuhr ich in einem sehr großen Pulk in dem keiner mehr überholen konnte. Auf der linken Seite der Hütchen kamen uns andere Fahrer entgegen. Um zu überholen scherten einige aus unserm Pulk aus und fuhren im Gegenverkehr. Beim hektischen wieder einfädeln fielen die rot/weißen Hütchen um und sorgten im großen Feld für mehrere nicht schöne Stürze. Auch ich hatte einen dieser Hütchen vor dem Vorderrad und konnte aber gerade noch rechtzeitig ausweichen. An dieser Stelle sollte der Veranstalter im nächsten Jahr richtige Absperrgitter verwenden.

Ein Stück weiter in der Streckenzusammenführung kamen Fahrer mit sehr unterschiedlicher Geschwindigkeit und Aufmerksamkeit zusammen. Das passte nicht zum hohen Tempo der 105-Kilometer-Fahrer. Das Tempo wurde deutlich reduziert und es wurde sehr viel unruhiger im Feld.

Der Empfang im Ziel durch das Publikum hatte nicht die Dimension wie zur Cyclassic. Hier ist sicherlich das fehlende Profirennen und die geringere Starterzahl verantwortlich. Bei einer Erstveranstaltung kommen sicherlich noch nicht so viele Zuschauer wie bei Veranstaltungen die schon öfters stattfanden.

Im Ziel gab es, wie zu erwarten war, einen großen Stau vor der Transponderabgabe. Auf der anderen Seite des Brandenburger Tor fand ich die anderen der Mannschaft wieder. Ich denke die warteten schon mindestens eine halbe Stunde auf mich.

Als Mannschaft "www.mainplan-hamburg.de" erzielten wir mit 9:47:18 Stunden den 9. Platz von 260 Mannschaften. Keine Minute schneller auf dem 8. Platz war die "Harburger RG" platziert. Und nur 4 Minuten fehlten unserer Mannschaft am 1. Platz. Es wurden die ersten 4 Fahrer jeder Mannschaft gewertet. Gut das wir fünf Fahrer waren, denn so konnte ich mit einem Streichergebnis zum Erfolg beitragen.

Auch die Einzelergebnisse können sich sehen lassen. Thomas erzielte den 66. Platz, Nils den 97. Platz, Svend den 193. Platz, Siegfried den 214. Platz und ich den grandiosen 3606. Platz. Thomas erreichte eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 42 km/h und die anderen nur knapp darunter. Bei mir wurden es leider nur 34,3 km/h.

Die Rückfahrt war trotz einem Stau und den Pinkelpausen von Nils recht zügig. Von den Pinkelpausen haben wir übrigens ein Video gedreht: Video

Um kurz vor Vier waren wir wieder zu hause.

Es war eine gelungener Tag und eine sehr schöne Radveranstaltung am richtigen Ort. Im nächsten Jahr werde ich auf jeden Fall wieder dabei sein.

Ergebnisse vom Jedermannrennen in Berlin

Diashow vom Velothon in Berlin

Kommentare:

Grotefend hat gesagt…

Warum dies überhebliche Gegreine über die langsameren Kurzstreckenfahrer auf der linken Hälfte?
Es ist zwar ungewöhnlich, ergab sich aber aus der Streckenführung, andernfalls hätten sich die Felder kreuzen müssen.
Im Info-Flyer wurde deutlilch auf diese Besonderheit hingewiesen. Wenn man es nicht liest...

Karsten Niemann hat gesagt…

Hallo Grotefend,

wie Du sicherlich gelesen hast war ich auch nicht schneller. Nur waren einige Fahrer auf der rechten Seite deutlich schneller und das passte nicht zu den langsameren auf der linken Seite. Man war sich nicht einig wie man aneinander vorbeikommt. Aber einen besseren Vorschlag habe ich zur Streckenzusammenführung auch nicht.